
Titel: A scanner darkly
Tagline: Everything Is Not Going To Be OK
Jahr: 2006
Spieldauer: 100min
Land: USA
Story (nach einer Novelle von Philip K. Dick):
In nicht allzu ferner Zukunft hat die Welt den Kampf gegen die Drogen verloren. Ein Grossteil der Menschheit ist süchtig nach einer neuen Droge die Substanz T genannt wird und aus einer seltenen, kleinen und unscheinbaren blauen Blume gewonnen wird.
In dieser Drogenverseuchten Welt lebt Bob Arctor (Keanu Reeves). Zusammen mit seinen Freunden James Barris (Robert Downey jun.) und Ernie Lackman (Woody Harrelson) lebt Bob in einem heruntergkommenen Haus in Los Angeles und verbringt seine Freizeit hauptsächlich mit dem Konsum von Substanz T. Was seine Freunde jedoch nicht ahnen ist das Bob für eine Geheimabteilung des Los Angeles Police Departements als Undercovercop arbeitet. Er ist Drogenermittler mit geheimer Identität. Um den Undercoverauftrag nicht zu gefärden ist seine Identität so geheim das nicht einmal sein Chef weiss wer Bob wirklich ist. Bei allen Einsatzbesprechungen muss Bob einen sogenannten "Jedermann-Anzug" tragen, eine Art haudünnem Ganzkörperpariser der wechselnde Bilder von irgendwelchen Leuten auf seine Aussenseite projezieren kann und ausserdem die Stimme des Trägers verändert.

Bob Arctor bei der medizinischen Untersuchung
Bob ist eigentlich sowit zufrieden mit seinem Job. Der einzige Haken an der Geschichte: Um glaubwürdig im Drogenuntergrund arbeiten zu können muss Bob die Drogen deren Vertreiber, Hersteller und Konsumenten er jagd, selber konsumieren. Hochgradig psychoaktiv, persönlichkeitsverändernd und hirnzerfressend ist dies nicht gerade ein Zuckerschlecken.
Eines Tages bekommt Bob von seinem Chef (der Bobs Identität ja nicht kennt) den Auftrag einen gewissen Bob Arctor und dessen WG zu überwachen da der Verdacht besteht das dieser Arctor tief im Drogensumpf steckt und Kontakte nach ganz oben haben könnte ! Um seine Identität nicht zu gefährden beginnt Bob sich selber und seine Freunde zu überwachen. Erschwerend zu diesem sonst schon verwirrenden Auftrag kommt hinzu das Bob langsam aber sicher an den Spätfolgen des Konsums von Substanz T. zu leiden beginnt. Er hat Visionen, Alpträume und leidet an teilweisem Gedächtnisverlust. Eine Schizophrenie beginnt sich in ihm auszubreiten und sein Job bereitet ihm zunehmend mehr Mühe.
Wer ist dieser Bob Arctor ? Ist er gut oder böse ? Führt er am Ende sogar etwas im Schilde ?

Ernie Lackman aufm Trip
Inhalt :
A scanner darkly ist offensichtlich als Geschichte von Philip K. Dick zu erkennen. Der Stil ist klassisch, die Atmosphäre aus düsterem Science Fiction gepaart mit psychologischen Verwirrungen passen in das Schema Dicks (Als Vergleich, weitere Filme die auf Dick-Geschichten basieren: Blade Runner / Total recall / Screamers / Minority report / Paycheck / Next).
A scanner darkly ist nicht so weit von der Realität entfernt wie man meinen möchte. Die Basis lässt sich mühelos in der realen Welt erfahren. Die Überzeichnung ist ein Stilmittel um die Gesamtheit einer Welt die sich selbst in den Abgrund manövriert zu demaskieren. In kleinen, unscheinbaren Nebensächlichkeiten wirkt der Film extrem zynisch. Wenn Beispielsweise Bob von seinem Chef fertig gemacht wird, weil er der Sucht verfallen ist (was notabene zum Job gehört) und der Chef ihm bei diesem Gespräch eine Zigarette anbietet wird die ganze Existenz der Antodrogeneinheit als Farce entlarvt was diese schlussendlich auch ist. Ein System das des Systems wegen existiert und somit keine Daseinsberechtigung hat ausser die Erhaltung des Systems das durch sie bekämpft wird !

James Barris, der geniale Tüftler der aus Haarspray Koks extrahieren kann aber der fixen Ansicht ist ein Bike mit hinten 6 Ritzeln und vorne 3 Ritzeln habe 9 Gänge
Machart:
Und wiedereinmal eine "neue" Art Filme zu drehen. Der look von A scanner darkly ist doch sehr speziell wurde er doch real abgedreht und danach so lang durch Bildfilter gejagt bis das Ganze aussieht wie eine detailschwache Zeichnung. Das Bild ist in dauernder Bewegung was allerdings zugunsten des Films ausgelegt werden könnte; Das Bild mag einem nervös machen aber dies könnte durchaus in der Absicht der Macher gelegen haben da die Ruhelosigkeit und die Nervosität hervorragend das Thema des Films unterstreicht.
Über die schauspielerische Leistung lässt sich nciht vieles sagen da die Gesichtszüge so krass verändert wurden dass es sich nciht mehr sagen lässt ob die Mimik wirklich passt. Aber auch dies erscheint in diesem falle positiv: Wer kann schon sagen wer, wer ist, Perönlichekit wird zur Nebensache und Individualität unterstütz die Gesellschaft in der diese Geschichte spielt, eh nicht.

Ein scanner überwacht Bob Arctor
Fazit:
Es ist schwierig zu sagen wem man diesen Film empfehlen kann und wem nicht. Eigentlich aus meiner Sicht ein ziemlich gelungener Film der aber viel Spielraum lässt für Kritik. Fans von düsteren Überwachungs-verwirrspielen a la Brazil könnten den Film zwar mögen aber die Optik ist halt doch sehr eigen. Freunde von Trickfilmen wiederum könnten sich von der im Endeffekt doch ziemlich realen Optik (Art und Weise, nicht Bild) abgestossen fühlen. Also wird es echt schwierig etwas zu diesem Film zu sagen. Mir persönlich hat er gefallen aber ich würde keine Empfehlungen aussprechen. Bei diesem Film mehr denn bei den meisten anderen muss der Zuschauer wohl selber entscheiden wie im dieser Film gefällt.
Meine Wertung: 7/10
Trailer:





