Deutscher Titel: Glut der Sonne
Alternativtitel:
Furia de Johnny Kid, La
Fury of Johnny Kid
Ultimate Gunfighter
Furia de Johnny Kidd, La
Land / Jahr: Italien / 1967
Regie: Gianni Puccini
Drehbuch: María del Carmen Martínez Román
Darsteller: Peter Lee Lawrence, Cristina Galbó, Paul Naschy, María Cuadra, Andrés Mejuto, Piero Lulli u.a.
Johnny & Giulietta - Shakespeare unter der Sonne
Der Text enthält eine Menge Spoiler, auch eine Darstellung des Schlusses.
Ein Schnitt so hart wie Stein trennt den Vorspann und das dazu laufende, ziemlich eigenartige Lied, von dem Bild eines halbtoten Reiters, alleine irgendwo in der Prärie. Während man noch dabei ist sich von dem Schrecken zu erholen, und sich fragt ob da möglicherweise etwas mit dem Filmmaterial nicht in Ordnung war, ist der Reiter auch schon vor einem Tor, bewacht von Männern mit Knarren. Ein Warnschuss in die Luft, das Pferd geht in die Luft und der Reiter fliegt durch die Luft. Umgehend erfährt man dass der Reiter anscheinend einer der ihren ist. Sie, dass sind die Campos, und was auch gleich klar wird, verantwortlich für den Dahingerafften sind die Mounters, mit denen man schon seit langer Zeit um die Vorherrschaft in Kalifornien streitet.
Die Campos scheinen die Nase von dem feigen und hinterhältigen hin und her Morden gestrichen Voll zu haben und man plädiert das ganze zu einem einmaligen alles entscheidenden Spektakel in Form eines verabredeten und absolut fairen Gefechts, um zu formen, bis zum letzten Tropfen auf dass sich der Verlierer verziehe und dem Gewinner das Feld überlasse. Wie es dabei noch lebende Verlierer geben soll, erfährt man nicht, aber nachdem die Gegenpartei eingestimmt hat, ist auch der zur Begutachtung herangezogenen Richter, zwar pensioniert, aber einmal Richter immer Richter wie er sagt, vor lauter Gerechtigkeit, Fairness und purer Grösse des Vorhabens fast aus dem Häuschen.
Kurz vor Antritt zur letzten alles entscheidenden Schlacht, lernen wir auch Johnny kennen, Jüngling aus dem Clan der Mounters, nach Meinung der älteren noch zu Grün hinter den Ohren um in der Schlacht bestehen zu können, und deshalb zum Pferdehüten degradiert. Nachdem die Grossen gegangen sind, zeigt er seiner Mutter bei einer Schiessübung dass ihm der Umgang mit dem Revolver nicht völlig Fremd ist. Seine Mutter aber zeigt dass auch sie was treffen kann, und lässt danach den wohl besten Satz des Filmes fallen: "Ich könnte auch mit dieser hier sprechen, wie du siehst. Aber ich bevorzuge es, ruhig zu sein."
Die Mounters laufen geradezu in einen Hinterhalt, retten sich zum Teil und sind logischerweise empört. Der Richter ebenso, der informierte Sheriff allerdings nicht besonders, ist er doch mit dem einen Sohnemann des Campos Clans mythisch verbunden.

Ausserhalb vom Städchen passiert für unsere Geschichte jedoch wichtigeres. Der Pferdehütende Jonny wird von den Campos gefangen genommen. Plötzlich findet er sich einem Halunken gegenüber, genannt Lefty, weil seine rechte Hand durch einen Haken ersetzt wurde. Beide gefesselt und die Campos machen sich einen Spass darauf einen Revolver zwischen sie zu legen auf dass sich der der sich schneller befreit das Teil schnappt und den anderen über den Haufen schiesst, um die Freiheit zu erlangen. Johnny ist schneller, schiesst aber statt auf Lefty in Richtung Publikum, und sie flüchten beide. Lefty will ihm danken, in dem er ihn zum richtigen Revolverhelden macht. So bringt er ihm bei zu schiessen und nimmt ihn in einen Saloon mit, wobei er bei der zweiten Mannwerdung, dem Alkohol gegen Mauern rennt. Johnny ist und bleibt Abstinenzler. Er will schliesslich wie sein Grossvater alt werden und eine Menge Kinder haben. Kein Wunder also muss ihm Lefty bei Nummer drei nicht wirklich beistehen, ich nenns mal salopp die Weiberei. Johnny zieht bald mal die Aufmerksamkeit der eigenartigen Frau im Saloon, deren Rolle nicht so klar scheint, singt sie zuerst ein Lied, dass sich die Balken biegen, spricht Johnny dann mit einem Akzent und einer Stimme an, das man ein wenig erschrickt, springt unmittelbar mit ihm in die Kiste, um sich dabei gleich in ihn zu verlieben, um später im Film dann eifersüchtig zu werden. Und all dies, ohne eigentlich je richtig in den Film zu gehören. Im Saal dürfen wir übrigens noch Paul Naschy, der spanische Horror Papst, leider kürzlich verstorben, in seinem scheinbar einzigen Western Einsatz begutachen. Der Schnauzer ist zwar Gewöhnungssache, ich finde ihn nicht schlecht, das Erbegnis einer wilden Variante des Armdrückens aber, nämlich dass er die Hand etwa 10 cm tief in ein Nagelbrett gedrückt kriegt, ohne dass des Gegners Hand ebenfalls perforiert wäre, unerklärlich, und unpassend.
Johnnys Salloon Erfahrung dauert vorerst aber so oder so nicht all zu lange. Lefty klopft wie ein wild gewordener an die Tür des Liebesnestes. Ein Kutsche käme, die was wichtiges für die Campos mitführe, und man müsse sie überfallen. Sie gehen los und folgen dem üblichen Prozedere. Als aber ein junges Fräulein von eleganter Erscheinung aus der Kutsche steigt eine klitzekleine Knarre zückt und Jonny das Halstuch vom Gesicht schiesst kommen Emotionen ins Spiel. Eigentlich müsste Jonny ihr nun den Gar ausmachen, da sie sein Gesicht kennt. Die Luft zwischen ihnen knistert allerdings all zu sehr, so lassen sie alle, einschliesslich des Fräuleins von Dannen ziehen, und in den Koffern und den darin aufbewarten Lumpen wühlend, regen sie sich auf, noch nicht ahnend, dass ihr Informant ihnen mitteilen hätte müssen dass es sich nicht eigentlich um eine Sache, sondern um ein uns nun schon bekanntes Fräulein handelt. Dies ist nämlich Giulietta, die hübsche Tochter der Campos, und sie ist dem Sheriff zum Weibe versprochen. Mal abgesehen davon dass sie noch gar nichts von ihrem vermeintlichen Glück weiss, braucht man kein Professor der Dramatik zu sein um zu wissen, dass sie nicht wirklich gefallen an der Idee finden wird. Eigentlich denkt man sogar sie sei in Ohmacht gefallen, als man sie vor festendem Publikum ebenfalls einweihte, doch stellt sich das als geschickte Farce, um sich einer unangenehmen Situation zu entziehen, heraus. Johnny, der von allem nicht weiss hegt hingegen den wirklich bewundernswerten Plan die Ranch der Campos niederzubrennen, nur um sich kurz nach Eindringen in Giuliettas Gemach wieder zu finden, die nun ihrerseits Gnade vor Recht walten lässt, und ihn vor lauter Liebe wieder rausschleusst.
Die Liebeleien steigern sich, es sickern sinnloserweise Dinge durch, Guilietta wird von ihrem Bruder verprügelt, und so weiter und so fort.

Das Shakespeare in der Wüste des Wilden Westens ebenso funktioniert wie im regnerischen Britanien, in Italien oder sonst wo, ist ja nicht nur aufgrund von Keoma kein Geheimnis. Wie immer ist es aber eine Frage der Ausführung. Beim hier vorliegenden Film will der Funke nicht springen. Das Gianni Puccini im Western nicht zu hause war, merkt man unter anderem daran, dass alles was bei einem Italo Western Atmosphäre versprechen könnte so absolut Spannungsarm und ohne jegliche Ambition hingeschnortzt wurde. Klar sieht man dass die ein oder andere Schiesserei vielleicht doch als nervenzerreisendes Duel hätte gedacht sein können, was aber nichts daran ändert dass es einem absolut kalt lässt. Das meiste ist dann aber so oder so absolut Trashig inszeniert, und kommt so noch nicht mal an eine Spencer & Hill Kneipenkeilerei ran, zumal der Film auch fast jeglichen Humor vermissen lässt. Gianni Puccini, der Autorenfilmer sein (nach diesem Film kann ichs noch nicht glauben, ein anderer habe ich noch nicht gesehen) und diesen Film als Dank für sein Studio gedreht haben soll, hats nicht gewagt einen eigenständigen Film zu drehen, und so kommt man schnell mal (irgendwie schon beim Titelsong, nur weiss mans da noch nicht so genau) in eine Stimmung wie etwa: "Besser schlecht kopiert als gut selbst gemacht." Leider wird schlussendlich auch nichts aus dem heraufbeschworenen Anspruch, denn der Plot ist dumm, bis auf das Grundgerüst, das man seit Julia und Romeo schon unzählige male viel besser verarbeitet gesehen hat - gut was heisst da bis, sagen wir gerade samt dem - braucht sich vor dem "Anspruch" kein Italo Trasher zu verstecken.
Bringt der Film denn überhaupt irgendwas? Am meistern brachte er sicherlich dem Hauptdarsteller Paar, die die kleine Romanze in die Realität retteten, und glattweg heirateten, wer mag zwei Leuten die wahre Liebe nicht gönnen fragt, man hier (leider hat Peter Lee Lawarence das Schicksal vieler Italo-Western Kollegen geteilt und ist ziemlich früh gestorben, aber man soll die Dinge geniessen so lange sie währen). Mann muss sagen dass an den Darstellern, auch wenn sie nicht wirklich positiv wirken, wohl nicht all zu viel vorwerfen kann. Ein paar vereinzelte interessante Aspekte bringt er jedoch auch dem unbeteiligten Zuschauer. So ist Jonny als Abstinenzler durchaus eine gelungene Idee, und die Szene in der er in gewohnter Manier ("Noch einer"-"Ich bitte sie. Jetzt sind es zu viele"" - "Ich zahl sie dir auch, oder?") einen Whiskey nach dem anderen bestellt, sie jedoch nicht runter kippt sondern mit einem gekonnten Schuss aus dem Revolver über den Tresen verteilt, nicht nur originell sondern irgendwie komisch. Anders auch als bei Romeo und Julia, leben hier Jonny und Guilietta am Ende noch, dafür sind alle anderen Tod. Das lässt natürlich die unglaublich zugespitzte Dramatik am Schluss des Originals vermissen, gibt aber die Möglichkeit eine gute Szene vor Schluss einzubauen, in der ein schwarz gekleideter Mann (nach eigenen Aussagen soll dies ebenfalls Paul Naschy sein) all die halbtoten auf dem Schlachtfeld des finalen Gefechts noch ganz ins jenseits befördert, sich dann umdreht und als Tod erkennbar in die Kamera schaut. Leider macht sich hier das schon zu Beginn des Filmes vermisste Gespür für Timing einmal mehr bemerkbar. So kommt nach diesem absolut für ein Endpunkt prädestinierten Punkt unnötigerweise nochmals ein Umschnitt und uns wird gezeigt wie Johnny und Giulietta davon reiten, auch wenn wir das bereits wissen.

Man hätte gerne ein bisschen mehr solcher Momente gesehen. Oder statt langweiligen Gefechten auch lieber ein bisschen mehr Charakter Szenen. Giuliettas Temprament, bereits beim Überfall bemerkbar, macht zum Beispiel auch keine schlechte Falle, wenn der Sheriff ihr versichert, dass sie im Brautkleid noch hübscher aussehen werde, und sie ihm entgegnet: "Aber noch viel hübscher als Witwe".
Man weiss nicht genau an was es liegt, denn Potenzial wäre sichtbar vorhanden gewesen. So bleiben ein paar gute, und durch ihr vorkommen in diesem Film irgendwie verschenkte Augenblicke, mehr nicht.
Ein Schnitt so hart wie Stein trennt den Vorspann und das dazu laufende, ziemlich eigenartige Lied, von dem Bild eines halbtoten Reiters, alleine irgendwo in der Prärie. Während man noch dabei ist sich von dem Schrecken zu erholen, und sich fragt ob da möglicherweise etwas mit dem Filmmaterial nicht in Ordnung war, ist der Reiter auch schon vor einem Tor, bewacht von Männern mit Knarren. Ein Warnschuss in die Luft, das Pferd geht in die Luft und der Reiter fliegt durch die Luft. Umgehend erfährt man dass der Reiter anscheinend einer der ihren ist. Sie, dass sind die Campos, und was auch gleich klar wird, verantwortlich für den Dahingerafften sind die Mounters, mit denen man schon seit langer Zeit um die Vorherrschaft in Kalifornien streitet.
Die Campos scheinen die Nase von dem feigen und hinterhältigen hin und her Morden gestrichen Voll zu haben und man plädiert das ganze zu einem einmaligen alles entscheidenden Spektakel in Form eines verabredeten und absolut fairen Gefechts, um zu formen, bis zum letzten Tropfen auf dass sich der Verlierer verziehe und dem Gewinner das Feld überlasse. Wie es dabei noch lebende Verlierer geben soll, erfährt man nicht, aber nachdem die Gegenpartei eingestimmt hat, ist auch der zur Begutachtung herangezogenen Richter, zwar pensioniert, aber einmal Richter immer Richter wie er sagt, vor lauter Gerechtigkeit, Fairness und purer Grösse des Vorhabens fast aus dem Häuschen.
Kurz vor Antritt zur letzten alles entscheidenden Schlacht, lernen wir auch Johnny kennen, Jüngling aus dem Clan der Mounters, nach Meinung der älteren noch zu Grün hinter den Ohren um in der Schlacht bestehen zu können, und deshalb zum Pferdehüten degradiert. Nachdem die Grossen gegangen sind, zeigt er seiner Mutter bei einer Schiessübung dass ihm der Umgang mit dem Revolver nicht völlig Fremd ist. Seine Mutter aber zeigt dass auch sie was treffen kann, und lässt danach den wohl besten Satz des Filmes fallen: "Ich könnte auch mit dieser hier sprechen, wie du siehst. Aber ich bevorzuge es, ruhig zu sein."
Die Mounters laufen geradezu in einen Hinterhalt, retten sich zum Teil und sind logischerweise empört. Der Richter ebenso, der informierte Sheriff allerdings nicht besonders, ist er doch mit dem einen Sohnemann des Campos Clans mythisch verbunden.

Ausserhalb vom Städchen passiert für unsere Geschichte jedoch wichtigeres. Der Pferdehütende Jonny wird von den Campos gefangen genommen. Plötzlich findet er sich einem Halunken gegenüber, genannt Lefty, weil seine rechte Hand durch einen Haken ersetzt wurde. Beide gefesselt und die Campos machen sich einen Spass darauf einen Revolver zwischen sie zu legen auf dass sich der der sich schneller befreit das Teil schnappt und den anderen über den Haufen schiesst, um die Freiheit zu erlangen. Johnny ist schneller, schiesst aber statt auf Lefty in Richtung Publikum, und sie flüchten beide. Lefty will ihm danken, in dem er ihn zum richtigen Revolverhelden macht. So bringt er ihm bei zu schiessen und nimmt ihn in einen Saloon mit, wobei er bei der zweiten Mannwerdung, dem Alkohol gegen Mauern rennt. Johnny ist und bleibt Abstinenzler. Er will schliesslich wie sein Grossvater alt werden und eine Menge Kinder haben. Kein Wunder also muss ihm Lefty bei Nummer drei nicht wirklich beistehen, ich nenns mal salopp die Weiberei. Johnny zieht bald mal die Aufmerksamkeit der eigenartigen Frau im Saloon, deren Rolle nicht so klar scheint, singt sie zuerst ein Lied, dass sich die Balken biegen, spricht Johnny dann mit einem Akzent und einer Stimme an, das man ein wenig erschrickt, springt unmittelbar mit ihm in die Kiste, um sich dabei gleich in ihn zu verlieben, um später im Film dann eifersüchtig zu werden. Und all dies, ohne eigentlich je richtig in den Film zu gehören. Im Saal dürfen wir übrigens noch Paul Naschy, der spanische Horror Papst, leider kürzlich verstorben, in seinem scheinbar einzigen Western Einsatz begutachen. Der Schnauzer ist zwar Gewöhnungssache, ich finde ihn nicht schlecht, das Erbegnis einer wilden Variante des Armdrückens aber, nämlich dass er die Hand etwa 10 cm tief in ein Nagelbrett gedrückt kriegt, ohne dass des Gegners Hand ebenfalls perforiert wäre, unerklärlich, und unpassend.
Johnnys Salloon Erfahrung dauert vorerst aber so oder so nicht all zu lange. Lefty klopft wie ein wild gewordener an die Tür des Liebesnestes. Ein Kutsche käme, die was wichtiges für die Campos mitführe, und man müsse sie überfallen. Sie gehen los und folgen dem üblichen Prozedere. Als aber ein junges Fräulein von eleganter Erscheinung aus der Kutsche steigt eine klitzekleine Knarre zückt und Jonny das Halstuch vom Gesicht schiesst kommen Emotionen ins Spiel. Eigentlich müsste Jonny ihr nun den Gar ausmachen, da sie sein Gesicht kennt. Die Luft zwischen ihnen knistert allerdings all zu sehr, so lassen sie alle, einschliesslich des Fräuleins von Dannen ziehen, und in den Koffern und den darin aufbewarten Lumpen wühlend, regen sie sich auf, noch nicht ahnend, dass ihr Informant ihnen mitteilen hätte müssen dass es sich nicht eigentlich um eine Sache, sondern um ein uns nun schon bekanntes Fräulein handelt. Dies ist nämlich Giulietta, die hübsche Tochter der Campos, und sie ist dem Sheriff zum Weibe versprochen. Mal abgesehen davon dass sie noch gar nichts von ihrem vermeintlichen Glück weiss, braucht man kein Professor der Dramatik zu sein um zu wissen, dass sie nicht wirklich gefallen an der Idee finden wird. Eigentlich denkt man sogar sie sei in Ohmacht gefallen, als man sie vor festendem Publikum ebenfalls einweihte, doch stellt sich das als geschickte Farce, um sich einer unangenehmen Situation zu entziehen, heraus. Johnny, der von allem nicht weiss hegt hingegen den wirklich bewundernswerten Plan die Ranch der Campos niederzubrennen, nur um sich kurz nach Eindringen in Giuliettas Gemach wieder zu finden, die nun ihrerseits Gnade vor Recht walten lässt, und ihn vor lauter Liebe wieder rausschleusst.
Die Liebeleien steigern sich, es sickern sinnloserweise Dinge durch, Guilietta wird von ihrem Bruder verprügelt, und so weiter und so fort.

Das Shakespeare in der Wüste des Wilden Westens ebenso funktioniert wie im regnerischen Britanien, in Italien oder sonst wo, ist ja nicht nur aufgrund von Keoma kein Geheimnis. Wie immer ist es aber eine Frage der Ausführung. Beim hier vorliegenden Film will der Funke nicht springen. Das Gianni Puccini im Western nicht zu hause war, merkt man unter anderem daran, dass alles was bei einem Italo Western Atmosphäre versprechen könnte so absolut Spannungsarm und ohne jegliche Ambition hingeschnortzt wurde. Klar sieht man dass die ein oder andere Schiesserei vielleicht doch als nervenzerreisendes Duel hätte gedacht sein können, was aber nichts daran ändert dass es einem absolut kalt lässt. Das meiste ist dann aber so oder so absolut Trashig inszeniert, und kommt so noch nicht mal an eine Spencer & Hill Kneipenkeilerei ran, zumal der Film auch fast jeglichen Humor vermissen lässt. Gianni Puccini, der Autorenfilmer sein (nach diesem Film kann ichs noch nicht glauben, ein anderer habe ich noch nicht gesehen) und diesen Film als Dank für sein Studio gedreht haben soll, hats nicht gewagt einen eigenständigen Film zu drehen, und so kommt man schnell mal (irgendwie schon beim Titelsong, nur weiss mans da noch nicht so genau) in eine Stimmung wie etwa: "Besser schlecht kopiert als gut selbst gemacht." Leider wird schlussendlich auch nichts aus dem heraufbeschworenen Anspruch, denn der Plot ist dumm, bis auf das Grundgerüst, das man seit Julia und Romeo schon unzählige male viel besser verarbeitet gesehen hat - gut was heisst da bis, sagen wir gerade samt dem - braucht sich vor dem "Anspruch" kein Italo Trasher zu verstecken.
Bringt der Film denn überhaupt irgendwas? Am meistern brachte er sicherlich dem Hauptdarsteller Paar, die die kleine Romanze in die Realität retteten, und glattweg heirateten, wer mag zwei Leuten die wahre Liebe nicht gönnen fragt, man hier (leider hat Peter Lee Lawarence das Schicksal vieler Italo-Western Kollegen geteilt und ist ziemlich früh gestorben, aber man soll die Dinge geniessen so lange sie währen). Mann muss sagen dass an den Darstellern, auch wenn sie nicht wirklich positiv wirken, wohl nicht all zu viel vorwerfen kann. Ein paar vereinzelte interessante Aspekte bringt er jedoch auch dem unbeteiligten Zuschauer. So ist Jonny als Abstinenzler durchaus eine gelungene Idee, und die Szene in der er in gewohnter Manier ("Noch einer"-"Ich bitte sie. Jetzt sind es zu viele"" - "Ich zahl sie dir auch, oder?") einen Whiskey nach dem anderen bestellt, sie jedoch nicht runter kippt sondern mit einem gekonnten Schuss aus dem Revolver über den Tresen verteilt, nicht nur originell sondern irgendwie komisch. Anders auch als bei Romeo und Julia, leben hier Jonny und Guilietta am Ende noch, dafür sind alle anderen Tod. Das lässt natürlich die unglaublich zugespitzte Dramatik am Schluss des Originals vermissen, gibt aber die Möglichkeit eine gute Szene vor Schluss einzubauen, in der ein schwarz gekleideter Mann (nach eigenen Aussagen soll dies ebenfalls Paul Naschy sein) all die halbtoten auf dem Schlachtfeld des finalen Gefechts noch ganz ins jenseits befördert, sich dann umdreht und als Tod erkennbar in die Kamera schaut. Leider macht sich hier das schon zu Beginn des Filmes vermisste Gespür für Timing einmal mehr bemerkbar. So kommt nach diesem absolut für ein Endpunkt prädestinierten Punkt unnötigerweise nochmals ein Umschnitt und uns wird gezeigt wie Johnny und Giulietta davon reiten, auch wenn wir das bereits wissen.

Man hätte gerne ein bisschen mehr solcher Momente gesehen. Oder statt langweiligen Gefechten auch lieber ein bisschen mehr Charakter Szenen. Giuliettas Temprament, bereits beim Überfall bemerkbar, macht zum Beispiel auch keine schlechte Falle, wenn der Sheriff ihr versichert, dass sie im Brautkleid noch hübscher aussehen werde, und sie ihm entgegnet: "Aber noch viel hübscher als Witwe".
Man weiss nicht genau an was es liegt, denn Potenzial wäre sichtbar vorhanden gewesen. So bleiben ein paar gute, und durch ihr vorkommen in diesem Film irgendwie verschenkte Augenblicke, mehr nicht.






